Drohobycz – Erinnerung an Bruno Schulz und die verschwundene Welt des Schtetl
Aquarelle von Bartłomej Michałowski aus Lublin (Polen)
Vernissage am Freitag, 19. Februar, 19.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 20.02. - 31.03.2010
Ausstellungseröffnung mit Liederabend:
Alfred Schreyer, ein ehemaliger
Schüler von Bruno Schulz, spielt Geige und singt Lieder in jiddisch, polnisch,
russisch und deutsch. Begleitet wird er von Tadeusz Serwatko (Akkordeon)
und Lew Lobanow (Klavier). Im Gespräch mit Robin Lautenbach (ehem. ARD-Korrespondent
in Polen) erzählt Alfred Schreyer über sein Leben als verfolgter Jude im
Zweiten Weltkrieg.
Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der
Gattin des Botschafters der
Republik Polen, Frau Grażyna Prawda.
Über die Ausstellung berichtet der WDR-Sender
Funkhaus Europa (in polnischer
Sprache).
Bartłomej Michałowski
zeigt in seinen Aquarellen das heutige, vom Krieg verschont gebliebene Drohobycz
– ergänzt durch schemenhafte Gestalten der damaligen jüdischen Bewohner. Er
ist Maler, Galerist und Begründer des Internationalen Bruno-Schulz-Festivals,
das alle zwei Jahre in Drohobycz stattfindet, und führt in seinen Galerien
in Kazimierz Dolny und in Lublin in Polen ein sehr reges, künstlerisches Leben.
Alfred Schreyer
87, einer der letzten noch lebenden Juden aus dem Drohobycz früherer Jahre, singt
jiddische, polnische, russische und deutsche Lieder. Als Zeitzeuge berichtet
er anschließend über sein Leben als verfolgter Jude im Zweiten Weltkrieg. Er
hatte noch in seiner Schulzeit den später weltbekannten polnisch-jüdischen Schriftsteller
Bruno Schulz als Zeichenlehrer erlebt, der im November 1942 von einem Gestapo-Mann
auf offener Straße in Drohobycz erschossen wurde. Fast die ganze Familie von
Schreyer wurde umgebracht, er selbst geriet ins Gefängnis und überlebte später
drei KZs. Befreit wurde er erst zwei Wochen nach Kriegsende in einem Gefangenenlager
in Freiberg/Sachsen. Von dort kehrte er 1946 auf Umwegen wieder nach Drohobycz
zurück, wo er noch heute lebt.
Tadeusz Serwatko
begleitet Schreyer seit 15 Jahren auf dem Akkordeon. 1931 in Drohobycz geboren,
wird er als kleiner Junge von seiner jüdischen Mutter, die ins Ausland flüchtet,
in die Obhut einer polnischen Bekannten gegeben. Später katholisch getauft, erhält
er seinen heutigen polnischen Namen, um so der Verfolgung und dem sicheren Tod
zu entgehen. Dass er Jude ist, erfährt er erst nach dem Krieg. Seine leibliche
Mutter hat er nie wieder gesehen.
Eine Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin (www.dpgberlin.de)
und der Beletage Galerie im VOX Möbelsalon.
In Zusammenarbeit mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas.
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, der Botschaft der Republik Polen
und des ABION-Spreebogen ·Waterside· Hotels.
